Wohnraumausstattung

Bauliche Ausstattung

Grundsätzlich ist es je nach Bautyp der Wohnung möglich, Genossenschaftswohnungen bedarfsgerecht zu verändern. Die Möglichkeiten sind vielfältig und können je nach gesundheitlichen Zustandes des Antragstellers umgebaut werden. Finanzielle Zuschüsse für die individuelle Wohnraumanpassung Pflegebedürftiger oder Menschen, mit eingeschränkter Alltagskompetenz, können von der Pflegekasse bis zu 4000€ pro Maßnahme bewilligt werden. Im Rahmen dessen wurden von der Wohnungsgenossenschaft "Fortschritt" eG folgende Anpassungen bereits durchgeführt:

  • Erhöhung der Toilette: Einbau eines erhöhten WCs, damit die Sitzhöhe der körperlichen Einschränkung angepasst werden kann
  • Duschplatz: Sofern der Einstieg in die Wanne selbst unter Einsatz von Hilfsmitteln nicht mehr möglich ist, kann ein Duscheinbau oder Duschumbau bezuschusst werden.
  • Türen, Türanschläge und Türschwellen: Türverbreiterungen, Entfernung von Türschwellen, Veränderungen der Türanschläge, wenn sich dadurch der Zugang zu den einzelnen Wohnbereichen erleichtert oder sich Bewegungsflächen vergrößern lassen.

Weitere Informationen dazu enthält der Newsletter 04/2016.

Farbgestaltung

Die Innenraumgestaltung spielt bei der Orientierung im Raum und dem Erzeugen eines Wohlbefindens eine entscheidende Rolle. Im Hinblick auf die Ergebnisse, wie sich motorische und sensorische Einschränkungen (bspw. Veränderung des Sehens im Alter siehe Newsletter 4/2016) auf das Wohnen auswirken, wurden diese unter Berücksichtigung der Umsetzung eines Universal Design in die Erarbeitung von Farb-und Raumkonzepten eingebunden. Dafür konnten die Transferpartner Caparol und Forbo Flooring für eine gemeinsame praktische Aufarbeitung gewonnen werden.

Unter dem Motto „Gutes Wohnen heißt wohlfühlen“ haben sich folgende Aspekte der Farbgestaltung als Leitlinien der gemeinsamen Arbeit erwiesen:

  • Farbe kann wahrnehmungsfördernd sein
  • Farbgebung kann atmosphärenbildend sein und ein Erlebnisschaffen
  • Farbgebung kann nutzungsweisend für Räume sein, um damit Raumnutzungen voneinander abzugrenzen aber auch ein Wiedererkennen zu fördern
  • Je nach Nutzung kann Farbe ein belebendes oder beruhigendes Umfeld schaffen

Gezielt wurde darauf geachtet, dass natürliche Farbwelten aufgegriffen werden, denn die Natur liefert uns ein reiches Spektrum an Farbkompositionen, die unsere „Lebensräume“ nachhaltig beeinflussen. Sie sind oft bedeutsame Ankerpunkte für ein „Zuhause“-Gefühl und bestimmen unsere Farbidentität. Bewusst eingesetzt, werden unterschiedliche Stimmungen erzeugt und die Wohngesundheit positiv beeinflusst.

Wer selbst ausprobieren möchte, wie sich das Wohnhaus oder Räume in der Wohnung durch die farbliche Gestaltung verändern, kann die Gestaltungssoftware SPECTRUM_express von Caparol kostenfrei im Internet oder als WebApp für mobile Endgeräte nutzen.

Technische Ausstattung

Ziel ist die Schaffung von mehr Lebensqualität und Gesundheit durch eine gesicherte Versorgung der Bevölkerung mit entsprechenden baulichen und technischen Gestaltungsmöglichkeiten sowie begleitenden medizinischen, pflegerischen, präventiven und sozialen Dienstleistungen.

In der Anforderungsanalyse wurden Erfahrungen aus umgesetzten und in Betrieb genommenen Wohnungen in dem Bereich vernetztes Wohnen/AAL gebündelt und ein Grundstandard mit mehreren Ausbaustufen definiert. Zusammengefasst in dem Positionspapier "Etablierung eines neuen Standards für lebenswertes Altern in eigener Häuslichkeit" findet man eine Darstellung zur Einordnung von Funktionalitäten, Kosten und Finanzierungsaufteilungen. 

Der Frage nachgehend, wie technische Lösungen in Wohnungen integriert werden können und für ihren Nutzer eine einfache Benutzung aufweisen ist ein Diplomand in seiner Abschlussarbeit, betreut durch die ACX GmbH und IHD gGmbH, nachgegangen. Er beschäftigte sich mit der Fragestellung wie den Bewohnern (und ggf. deren Dienstleistern) eine schnelle und intuitive Bedienung der verschiedenen Geräte und Funktionen in der Wohnung ermöglicht werden kann. Diese Erkenntnisse zur Schaffung von Lösungen "zwischen Schalter und Smartphone" werden derzeit für eine Produktgestaltung überprüft.

Die SmartHome Initiative Deutschland e.V. (SHD) und der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) haben einen Planungsleitfaden für die smarte und assistive Wohnumgebung geschrieben. Im Rahmen der Transferpartnerschaft im Projekt Chemnitz+ konnte dieses wichtige Thema aufgearbeitet werden um Entscheidern eine Handlungshilfe an die Hand zu geben, damit weitere bauliche Projekte mit technischen Möglichkeiten unterstützt und umgesetzt werden können.

Der Planungsleitfaden stellt ein Grundgerüst dar, wie man sich dem Thema in Bezug auf Smart Home, Smart Living und Ambient Assisted Living (AAL) sinnvoll annähern und in Projekten umsetzen kann. Gegliedert in Projektschritte – angefangen von der Entscheidungsfindung, über die Planungsphase und technische Aspekte bis hin zur konkreten Umsetzung, Fallbeispiele aus der Praxis und eine Kostengegenüberstellung von Smart Home- Lösungen, schließt die Broschüre mit der Auflistung von Finanzierungswegen eines (smarten) Wohnprojekts ab.