Wohnszenarien

In der Projektsäule 4 wurden in den vergangenen Monaten die folgenden Fragestellungen näher untersucht:

  • Welche Anforderungen an die bauliche Gestaltung einer Wohnung entstehen bei Pflegebedürftigkeit?
  • Muss eine Wohnung für die Pflege umfassend barrierefrei sein?
  • Welche Auswirkung hat die Anwesenheit einer Pflegeperson auf die Wohnraumgestaltung?

Als erster Raum wurde das Bad ausgewählt. In Voruntersuchungen hat sich gezeigt, dass bei körperlichen Einschränkungen oftmals im Bad Probleme auftreten und das Bad aufgrund seines Zuschnitts sceinbar wenig Gestaltungsspielraum für bauliche Veränderungen bietet. In der dafür eigens entwickelten Testumgebung Bad in den Laborräumen des IHD (vgl. Newsletter 02/2015) wurden Bewegungs-,Handlungs- und Pflegeabläufe nachgestellt und der entstehende Flächenverbrauch ermittelt. In der Broschüre "Häusliche Pflege im Bad" wird der methodische Ansatz der Ermittlung von Flächenbedarfen erläutert und es werden erste Messergebnisse zu benötigten Bewegungsflächen im Bad präsentiert.

Personas

Zur Ermittlung von Abläufen und Flächenbedarfen wurden "Personas" entwickelt, die eine Bandbreite an Personen in häuslichen Wohnformen (bspw. mit Pflegeperson, Rollator etc.) abbildet.

Beispiel: Hannelore Kern

  • 86 Jahre alt, klein, 1,46m, zierlich, 48,2kg
  • leicht gebeugt, leichter Tremor
  • benötigt eine Gehhilfe (Rollator) für sicheren Gang
  • kann Stufen und kurze Treppen überwinden
  • ist in manchen Situationen von einer Pflegekraft abhängig
  • kann sich selbst in einem gewissen Grad versorgen
  • Unterstützung durch Familie und Nachbarn

 

Neben den Aussagen zum Flächenverbrauch werden auch die Bewegungskompetenzen der Bewohner beschrieben. Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen und werden durch Versuche am Waschbecken, in der Dusche und beim Gehen durch die Tür sowie deren räumliche Zusammenhänge ergänzt. Erst dann können Ableitungen für eine Badgestaltung aufzeigt werden.