Soziale Kümmerer

Thomas Feuerhack, der Soziale Hausmeister

Das Konzept des "Sozialen Kümmerer" wurde erstmalig durch das SFZ Förderzentrum gGmbH in Kooperation mit der  Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft eG in Form des Sozialen Hausmeisters umgesetzt. 

Im Rahmen der Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales zur Förderung der sozialen Arbeit (FöRL Soziale Arbeit) wurden vom 01.06 - 31.12.2016 sowie vom 01.01 - 31.12.2017 mit einer Pilotförderung Soziale Kümmerer in sächsischen Wohnungsgenossenschaften bewilligt.

"Unser Ziel ist, dass sich alle Menschen, ob mit oder ohne Behinderung, selbstbestimmt in allen öffentlichen Räumen ohne Hilfe und ohne Voranmeldung bewegen können. Dazu müssen wir noch mehr Barrieren abbauen und bedarfsgerechte Unterstützungsangebote ausgebaut werden", erklärte die sächsische Sozialministerin Barbara Klepsch. "Mit dem ‚Sozialen Kümmerer‘ schaffen wir eine Vertrauensperson, die direkte und unbürokratische Hilfe vor Ort geben kann." (Quelle: Medienservice Sachsen,19.06.2016)

Der „Soziale Kümmerer“ stellt eine niedrigschwellige Vertrauensperson dar, die den Bewohnern als Ansprechpartner zur Verfügung stehen soll und bei Bedarf Hilfe- und Handlungsketten initiiert. Dies ist eine Lösungsmöglichkeit für die seit Jahren in der Praxis bestehenden Hürden wie Angst, Schamgefühl, Unsicherheit der betroffenen Bewohner, die gegenüber professionellen Akteuren aus der Sozial- und Wohnungswirtschaft auftreten. Denn die Praxis zeigt, dass Hilfesuchende zumeist erst an Dienstleister herantreten wenn die Situation „am schlimmsten“ ist.

Mit einem rechtzeitigen und effektiven Ansatz können Vernetzungs-, Überleitungs- und Unterstützungsprozesse besser gelingen. Die Aufgaben im Sinne der Zielerreichung des „Sozialen Kümmerers“ sind daher:

  • Mit unterstützungsbedürftigen Personen ins Gespräch zu kommen, dabei Bedürfnisse zu erkennen und artikulieren zur Früherkennung von Hilfesituationen (bspw. Vereinsamung, Verwahrlosung)
  • Hilfe zur Selbsthilfe zu geben
  • Sensibilisierung im Quartier erreichen (Nachbarschaft, Dienstleister etc.) und Schaffung von Gelegenheiten für Austausch, Gestaltung des sozialen Miteinanders
  • Vermittlung  von Ansprechpartnern für verschiedene Bedarfe und Hilfsangebote
  • Organisation von Nachbarschaftshilfe und Kontaktherstellung zu Alltagsbegleitern
  • Ansprechpartner für Alltagsbegleiter sein und diese in ihrer Arbeit zu bestärken, zur gegenseitigen Kommunikation anregen
  • Schnittstellen zwischen Hilfesuchenden und Professionellen unterstützen
  • Schaffung eines Netzwerkes als Schlüssel zur Informationsweiterleitung.

Derzeit gibt es Soziale Kümmerinnen und Kümmerer in den Städten Chemnitz, Dresden, Döbeln, Schneeberg und Werdau.

Soziale Kümmerer (Bild:VSWG)

Die Kümmerinnen und Kümmerer werden durch den VSWG und das Begleitetes Wohnen e.V. im Rahmen von  Chemnitz+ begleitet. Ziel ist es, die verschiedenen Ansätze zu beschreiben, Erfolgsindikatoren zu bestimmen und die Bedeutung der niederschwelligen Herangehensweise zu verdeutlichen. Als Arbeitsgrundlage dient dazu ein im Projekt entwickeltes Dokumentations- und Fallsystem. Die Austauschtreffen werden in regelmäßigen Abständen stattfinden und dienen neben dem Erfahrungstransfer auch der Kompetenzvermittlung, indem Inhalte und Werkzeuge der Sozialen Arbeit an die Kümmerinnen vermittelt werden.

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

Ansprechpartnerin

Frau Alexandra Brylok, Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e.V.


Analyse: Bedürfnisse sächsischer Mieter

Studie "Sozialbefragung sächsischer Wohnungsgenossenschaften" zum Berichtsjahr 2015 ist erschienen.


Vorgestellt: Der Soziale Kümmerer

Die Sozialen Kümmerer im Newsletter 02/2016

Berichte über den Sozialen Hausmeister finden Sie im Newsletter 01/2015 sowie im Mitgliedermagazin "Klopfzeichen Sommer 2015" und "Klopfzeichen Winter 2015" der CSg.