Begleitung

Im Alternsverlauf steigt das Risiko für physische und psychische Einschränkungen und Erkrankungen, häufig ist die Rekonvaleszenz verzögert. Durch akute Ereignisse und ihre Folgen ist oftmals, vor allem bei älteren Menschen, der Verbleib im vertrauten Wohnumfeld gefährdet. So können  Unfälle und Erkrankungen (z. B. Stürze, Infarkte) oder auch Krisen (z. B. Versterben des Lebenspartners) zumindest zeitweise zu erheblichen Einschränkungen der für ein selbstbestimmtes und selbstständiges Leben erforderlichen Alltagskompetenzen führen. Vermieter erfahren häufig erst sehr spät von Einschränkungen, Erkrankungen oder akuten Vorkommnissen und können dadurch kaum unterstützend reagieren. Die Mieter/-innen möchten nach einem Krankenhausaufenthalt bzw. nach einer Reha zeitnah in ihre Wohnung zurück, d. h. es bleibt oftmals nur ein kurzer definierter Zeitraum von einigen Tagen bis zu vier Wochen, um die Wohnung für eine entsprechende Versorgung zu ertüchtigen und durch adäquate Begleitprozesse die Wiedereingliederung in das häusliche Wohnen zu ermöglichen sowie die selbstständige Lebensführung zu unterstützen und zu fördern.

Die Ziele der Projektsäule sind deshalb:

  • Weiterentwicklung von Versorgungsstrukturen in der Wohnungswirtschaft qualifiziertes Fallmanagement für „soziale Belange“
  • Gestaltung von Übergängen zwischen stationärer geriatrischer bzw. gerontopsychiatrischer Versorgung und Häuslichkeit in „beiden Richtungen“
  • Entwicklung von Strukturen und Prozessen für möglichst „ganzheitliche“ Wohnraumberatungen und Wohnraumanpassungen

Der Beitrag zur Gesamtstrategie besteht in der Erarbeitung von Serviceketten und Kommunikationsstrukturen von Dienstleistern und der Wohnungswirtschaft. Erste Erfahrungen wurden in geriatrischen Netzwerken gesammelt, die ein Überleitungsmanagement und bessere Kommunikation zwischen den medizinischen Dienstleistern anstreben. Ergänzend sind Erkenntnisse aus  innovativen Versorgungsformen für die Unterstützung der bestehenden Häuslichkeit wie z. B. mit dem  „Begleiteten Wohnen“ heranziehbar. 

Der Innovationsgehalt besteht in der Entwicklung eines fundierten Case Management, was sowohl den individuellen Einzelfall mit seinen Problemlagen und Ressourcen in dessen Komplexität berücksichtigt als auch adäquate Versorgungsstrukturen und -netzwerke betrachtet und gestaltet. Eine Herausforderung besteht  unter anderem in der Entwicklung des konstruktiven Zusammenwirkens von psychosozialen und technischen Unterstützungskomponenten.

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